Erste Hilfe bei Verletzungen Teil 1

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Bleibt die Haut intakt, so spricht man von einer “ gedeckten Verletzung “,
wird sie beschädigt, von “ Wunde”.
Der Körper reagiert auf eine Verletzung immer mit einer Entzündung, d.h. es
erfolgt eine Auflösung oder Abbau des beschädigten Gewebes und ein Aufbau von
neuem Gewebe.

Wunde:
1.Klassifizierung der Wunden:
a.Lage oder betroffenes Gewebe
b.Ursache der Wunde: Schnitt-,Quetsch-,Biß-,Schußwunde
c.Operations- oder Gelegenheitswunde
d.Zustand der Wunde:frisch, eiternd, nässend etc.

Verletzung:grundsätzlich werden zwei verschiedene Ursachen unterschieden:
1.Verletzung durch Überschreiten der Elastizität :
a.durch Druck: Quetschung, Schnitt,Bruch
b.durch Zug: Dehnung, Zerrung, Zerreißung

2.Verletzung durch Schädigung des Eiweißes bzw.Zellsubstanz:
a.Temperatur: Erfrierungen, Verbrennungen
b.Ätzende Substanzen, auch Medikamente
c.Elektrizität: Verbrennungen, Verschmelzungen
d.Strahlung:Sonne (UV), Röntgen
e.Vergiftungen:auch bakt. Toxine, Medikamente, Giftpflanzen

Merkmale der Wunde:
a.Zusammenhangstrennung
b.Schmerz
c.Blutung
d.Funktionsausfall
e.Schock

Formen der Wunde:
a.Schnittwunde:
                         Sie entseht durch scharfe Gegenstände. Nach dem Verlauf der
                                 Spannungslinien kann sie auf verschiedene Art klaffen.
Passives Klaffen:
                           entsteht durch die Retraktion des Gewebes,
Aktives Klaffen: durch Muskelkontrakturen. Die Schnittwunde ist lappenförmig,
                           wenn die Noxe(krankheitserregende Ursache)nicht senkrecht,                                                   sondern schräg auf die Haut trifft. Die Wunde ist dann größer. 
b.Stichwunde:
                         Sie entsteht durch spitze Gegenstände. Schnitt- und Stichwunden
                               bieten die besten Heilungsmöglichkeiten, ihre Wundränder sind
                               nicht traumatisiert, es treten aber starke Blutungen auf.
c.Quetschwunde:
                       Die Wundränder sind unregelmäßig, feingezackt, aufgeworfen
                               und verfärbt.Die Gefahr von Quetschwunden ist dort größer, wo
                               die Haut nicht direkt dem Knochen anliegt. Es treten nur geringe
                               Blutungen auf, die Heilungschancen sind allerdings schlecht.
d.Rißwunde:
                
          Sie entsteht durch Dehnung oder Zerrung des Gewebes über die
                               Elastizitätsgrenze hinaus und sthet zwischen den beiden oben
                               genannten Wundformen.Die Oberfläche ist unregelmäßig, manch-
                               mal kommt es zu Lappenbildung.
e.Schuß- und Bißwunde:
                       sind extreme Kombinationen der Schnitt-, Quetsch- und Rißwunde
                       mit den typischen Erscheinungen.Im Moment der Verletzung tritt
                               der Primärschmerz auf. Je schneller und glatter die Verletzung ist,
                               umso weniger schmerzhaft ist sie momentan(kurz, hell, stechend)
                             Durch die Irritation der freiliegenden sensiblen Nervenfasern ent-
                               steht anchließend der Sekundärschmerz.(pochend und brennend)
Die Stärke des Sekundärschmerzes ist abhängig von:
a.Empfindlichkeit des Patienten
b.Art der Wunde
c.betroffene Körperregion
d.betroffene Gewebeart
e.Versorgung mit sensiblen Nerven
Sehr empfindlich sind Knochenhaut und die Haut weniger empfindlich sind Muskeln, Knochen, Herz, Lunge und Gehirn.
Der Funktionsausfall ist abhängig von der Art und Stärke der Wunde und u.a. von
ihrer Lokalisation.

Blutungen:
Primäre Blutungen:sind die Folge von traumatischen oder auch operativen Verletzungen, die mit der Eröffnung von Gefäßen einhergehen.
Sekundäre Blutungen
:entstehen z.B. durch Kratzen oder Bewegen.
Bei der arteriellen Blutung tritt hellrotes Blut oft spritzend mit deutlich erkennbarenPulsrhytmus aus den Gefäßen aus, oder es  tropft kontinuierlich ab, wenn das
Blut gegen den Wundrand spritzt.
Die venöse Blutung ist durch dunkleres Blut gekennzeichnet, das leichter zum Stehen kommt.
Im Falle der kapillaren Blutung tritt das Blut nach dem Abtupfen diffus in kleinen Punkten aus;erst nach dem Zusammenfluß entseht eine tropfende Blutung.

Der Anteil des Blutes am Körpergewicht beträgt beim Fleischfresser ca 1/20.
Ein Hund von 20kg Körpergewicht hat demnach ca.1 Liter Blut.
In der Regel kann ein Blutverlust von 25-30% des Gesamtvolumens ohne Therapie
vom Organismus selbst kompensiert werden.

Zeichen für den Blutverlust sind:
a.Blässe der Schleimhäute
b.evtl.Schweißausbruch
c.Erbrechen
d.Puls und Atemfrequenz steigen an
e.Kälte der Extremitäten
Bei raschem,großem Blutverlust besteht Lebensgefahr, ebenso bei lang
andauernden Sickerblutungen.

Blutstillung:
Spontane Blutstillung ist durch Thrombenbildung möglich. Dafür wird ein Druck-
verband mit Gaze angelegt( die große rauhe Oberfläche erhöht die Gerinnungs-
möglichkeit).Ebenso empfiehlt sich die Hochlagerung des blutenden Körperteiles
( über Herzniveau ), da es durch Drucksenkung manchmal zu einer spontanen
Blutstillung kommt. Bei Schleimhautblutungen hat sich Kälteapplikation bewährt.

Sofortmaßnahmen zur Blutstillung:
Einfaches Zudrücken mit einem sterilen Tuch ( z.B. Mullkompresse )
Bei Blutungen an den Extemitäten kann man oberhalb der Wunde abschnüren.Auf
keinen Fall darf zu dünnes Material verwendet werden.
Die Abbindung darf bei bemuskelten Partien nicht länger als 1.5 Std.erfolgen, bei
unbemuskelten Partien und am Schwanz nicht länger als 1 Stunde, weil sonst nicht
nur Gewebe, sondern auch Nerven geschädigt werden.
Die Kompression soll immer da erfolgen, wo eine gewisse Polsterung gegeben ist.
Sie darf nicht in entzündlichem Gebiet angelegt werden, weil sonst die Infektion
ins Gewebe hinein gedrückt wird.
Zur vorläufigen Blutstillung können weiterhin Druckverbände angelegt werden, die
gleichzeitig die Wunde vor Infektionen und anderen Irritationen schützen.
Bei Wunden, die mit einer Hohlraumbildung einhergehen, kann die Wundhöhle
mit sterilem Verbandsmaterial ( sterile Gaze ) straff austamponiert werden.
Wunden, die mit anderen Hohlräumen, wie Brusthöhle oder Bauchhöhle in Ver -
bindung stehen, sollten nich tamponiert werden, weil dadurch meist keine echte
Blutstillung erreicht wird..Es fließt dann zwar nach außen kein Blut mehr ab, aber
die Blutung in die Brust- oder Bauchhöhle kann weiterbestehen.
Schleimhautblutungen können durch Auflegen von kalten Kompressen oder Eis ge-
stillt werden.

Entgüldige Blutstillung in der Regel vom Tierarzt!