Erste Hilfe bei Verletzungen Teil  2

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Vorgehen im Notfall

 

 

 

Versorgung von Wunden:
Sie müssen sichtbare Wunden versorgen,
       d.h.   vorhandene Blutungen stillen
                 die Wunde reinigen
               einen Verband anlegen und danach
Ihr Tier schnellstmöglich zu einem Tierarzt bringen.

Man unterscheidet geschlossene und offene Wunden.

Hinweis auf eine geschlossene Wunde:
Das Tier zeigt Schmerzen und versucht, die betroffene Körperpartie zu schonen und oft auch zu belecken oder zu beknabbern. Der Wundbereich ist geschwollen
und vermehrt warm. Möglicherweise ist die Haut abgeschürft.
Erstbehandlung:
Kühlen Sie die Wunde mit feucht - kalten Umschlägen oder mit einem in ein Tuch
eingewickelten aufgelegten Eisbeutel.
Handelt es sich um eine Abschürfung, säubern Sie die Wunde mit abgekochtem
Wasser und legen einen Verband an.
Unterschätzen Sie niemals eine geschlossene Wunde - es kann sich um eine verdeckte, erhebliche Verletzung handeln.
Suchen Sie baldmöglichst einen Tierarzt auf!

Hinweis auf eine offene Wunde:
Die Verletzung der Haut ist gut erkennbar.
Meist blutet die Wunde mehr oder weniger stark.
Das Tier zeigt Schmerzen und versucht, die betroffene Körperpartie zu schonen
und auch oftmals zu belecken oder zu beknabbern.
Es kann zu mehr oder weniger ausgeprägten Funktionsstörungen kommen.
Erstbehandlung:
Stoppen Sie zuerst die Blutung.
Nehmen Sie ein sauberes Tuch, eine Mullkompresse oder notfalls den bloßen Finger und drücken Sie auf die blutende Stelle.
Wenn die Wunde nicht direkt zugänglich ist ( z.B. im Maul oder in der Nase )
legen Sie einen Eisbeutel, den Sie in ein Tuch wickeln, auf.
Prüfen Sie nach etwa 30 Sekunden, ob die Blutung steht.
Blutet es weiter, wiederholen Sie die bisherigen Schritte mehrfach.
Ist eine Gliedmaße abgegetrennt, binden Sie den verbliebenen Rest mit einem Schal oder Gürtel straff ab - entscheidend ist hier, daß die Blutung  steht.
Wickeln Sie das abgetrennte Körperteil in saubere Tücher und übergeben Sie es
unbedingt dem Tierarzt.
Hinweis: steht eine Blutung gar nicht, legen Sie einen Druckverband an.
Reinigen Sie die Wunde:
Generell sollten Sie zur Wundreinigung lauwarmes, abgekochtes Wasser nehmen,
das Sie reichlich über bzw. in die Wunde fließen lassen, um eine Ausschwemmung
von Schmutzpartikeln und Infektionserregern zu bewirken.
Ausnahme:bei Verbrennungen oder Verbrühungen wird die verletzte Stelle mit
kaltem Wasser berieselt.
Oberflächige, verschmutzte Wunden, z.B. nach Abschürfungen, können nach einer
Wasserspülung mit 3% Wasserstoffperoxid oder einem anderen in der Apotheke
erhältlichen Desinfektionsmittel oder mit einer Salzwasserlösung ( abgekochtes
Wasser und Kochsalz mischen: 1 Teel. Salz auf 1l Wasser ) beträufelt werden.
Oberflächig liegende Fremdkörper wie Steinchen, Gras usw. werden vorsichtig aus
der Wunde entfernt.
Ausnahme:eingespießte oder eingebohrte Fremdkörper wie Draht, Holzstücke usw.
dürfen keinesfalls herausgezogen werden!
Haare in Wundbereich schneiden Sie möglichst kurz.
Polstern Sie die Wunde vorsichtig mit Mullbinden und Watte - Watte jedoch nie
direkt auf eine offene Wunde - ab und legen einen Verband an.

bei nicht zu stillenden Blutungen:
Auf die gereinigte Wunde wird ein Mulltupfer oder
eine Kompresse und darauf noch eine zusammen-
gerollte Binde gelegt.Wickeln Sie anschließend
eine Mull - oder elastische Binde straff darüber.
Befestigen Sie sie mit Pflaster im Fell des Tieres.

Schnellvariante:Verknoten Sie ein Tuch direkt über der blutenden Stelle unter
Einbindung eines geschlossenen Verbandpäckchens
.

Verletzungen im Brust- oder Bauchraum:
Kürzen Sie die Haare im Wundbreich.
Reinigen Sie die Wunde. Eingebohrte
Fremdkörper dürfen nicht entfernt werden
Polstern Sie gut mit einer Kompresse oder

zugeschnitten Tupfern ab.Legen Sie einen Mulltupfer auf und kleben Sie ihn mit Pflaster fest.Führen Sie jetzt eine Mullbinde mehrfach um den Rumpf herum.
Setzen Sie einen Heftpflasterveband darüber.Kleben Sie ihn beidseitig mit ins Fell.
Achtung: bei Verletzungen, bei denen der Bauch- oder Brustraum eröffnet wurde, dichten Sie die betroffenen Stellen gut ab:  Legen Sie z.B. über den Mulltupfer ein größeres Stück Folie oder ein anderes luftdichtes Material, welches Sie mit Pflaster festkleben. Darüber wickeln Sie eine Mullbinde. Wickeln Sie den Verband nicht zu straff, um  die Atmung des Tieres und Organe im Bauchraum nicht zu beengen.

Verletzungen am Schwanz:
Blutungen werden auch hier gestillt und ein Verband angelegt. Wurde ein Teil des
Schwanzes amputiert, schnüren Sie den verbliebenen Rest gut ab, um einen Blut-
verlust zu verhindern.
Hat das Tier Blut verloren, halten Sie es mit einer Decke  oder Wärmeflasche
warm.Unterschätzen Sie niemals eine offene Wunde;Sie kann sich infizieren.
Durch den Blutverlust kann es zu Kreislaufproblemen bis hin zum Schock kommen.

Verletzungen an den Beinen:
Reinigen Sie die Wunde mit abgekochtem Wasser.
Kürzen Sie dieHaare, die in die Wunde hineinreichen.
Legen Sie einen Mulltupfer auf die Wunde auf.
Bei Verletzungen unterhalb des Knies bzw. Ellenbogens beziehen Sie die Pfote mit
in den Verband ein:
     Polstern Sie zwischen den einzelnen Zehen und Fußballen gut mit Watte ab -
     vergessen Sie dabei beim Hund nicht die Daumen - oder Afterkrallen.
     Zur Fixierung wickeln Die 1 - 2 Lagen Mullbinde darüber. Jetzt polster Sie das
     Bein mit einer Wattelage auf seiner gesamten Verbandslänge ab.Darüber
     wickeln Sie eine elastische oder eine Mullbinde.Diese befestigen Sie mit ins
     Fell reichenden Heftpflastersreifen.

Handelt es sich um einen Bruch, unterpolstern Sie nach Abdeckung einer möglichen Wunde ein Lineal o.ä. gut mit Watte, wickeln eine Mull- oder elastische Binde darüber und sichern diese mit Heftpflaster.
Wichtig:Die  Gelenke ober- und unterhalb des Bruches müssen ebenfalls ruhiggestellt werden.
Hat die Wunde am Bein zuvor stark geblutet, so lagern Sie das Bein jetzt erhöht.

Prüfen Sie, ob Sie eine Fingerkuppe am oberen
Verbandsende zwischen diesen und das Bein des
Tieres schieben können.Gelingt dies nicht, kann es
zu Durchblutungsstörungen kommen. In diesem
Fall lockern Sie den Verband oder schneiden ihn
etwas ein.

Im Freien ziehen Sie Ihrem Tier bei feuchtem Wetter eine Plastiktüte über den Verband, damit dieser nicht verschmutzt und durchweicht.

Verletzungen der Ohren:
Kommt Blut direkt aus dem Gehörgang, lassen Sie es abfließen. Ist dagegen die
Ohrmuschel verletzt, reinigen Sie die Wunde und bedecken sie mit einem Mulltupfer

Diesen befestigen Sie mit Pflaster im Fell des
Tieres:Ein Stehohr legen Sie flach nach hinten,
ein Kipp- oder Hängeohr klappen Sie über den
Kopf. Führen Sie die Mullbinde in mehreren
Lagen über das verletzte und um das andere

Ohr herum und befestigen Sie sie mit Heftpflaster.

Verletzungen am Kopf:
Versuchen Sie zunächst, vorhandene Blutungen zu stillen.
Lagern Sie den Kopf des Tieres leicht erhöht und kühlen Sie blutende Bereiche,
wenn sich kein Verband anlegen läßt.

Verletzungen der Augen:
Legen Sie einen Augenverband an:
Eine Mullkompresse wird aufgelegt und mit Heftpflaster oder
einem diagonal hinter dem gegenseitigen Ohr geführten
Mullverband gesichert.
Nehmen Sie eine Verletzung der Augen stets ernst und suchen
Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf.

Bei einem Augenvorfall:
Pressen Sie eine feucht - kalte Mullkompresse auf das Auge. Wenn möglich, ziehen
Sie das Lid darüber oder versuchen Sie, das Auge durch sanften Druck in die
Augenhöhle zurückzulagern.Gelingt Ihnen dies nicht, verbinden Sie das Auge s.o.

Bei einem Fremdkörper im Auge:
Ist das Auge stark zugeschwollen, versuchen Sie vorsichtig, die Lider zu öffnen
und den Fremdkörper mit lauwarmem, sauberen Wasser auszuspülen.
Gelingt dies nicht,polstern Sie ihn gut ab und verbinden das Auge.

Bei Verätzungen des Auges:
Tragen Sie zu Ihrem eigenen Schutz Handschuhe!
Spülen Sie das Auge vom äußeren zum inneren Augenwinkel mit sauberem lau-
warmen Wasser aus dem Wasserhahn bzw. mit Hilfe einer Plastikspritze.Oder aber
Sie tränken einen Wattebausch mit Wasser und drücken ihn mehrfach  über dem
mit Ihrem Fingern gespreizten Auge aus. Anschließend verbinden Sie das Auge.

Lagerung und Transport des verletzten Tieres:
Ein nur leicht bis mittelschweres Tier bestimmt seine Haltung selbst - üben Sie
keinen unnötigen Zwang aus. Transportieren Sie es in einer Kiste oder auf dem
Arm - hierbei stützen Sie nach Möglichkeit die verletzten Bereiche
.

Ein größerer Hund, wird wenn er gehfähig ist,
an der Leine geführt. Das Tragen in einer
Decke wird in diesem Zustand meist nicht
geduldet.

Ein schwerverletztes Tier ist in Seitenlage zu bringen. Bitte folgendes beachten:
Besteht Verdacht auf Verletzungen der Wirbelsäule oder Beckenbruch ist das Tier
möglichst wenig zu bewegen!
Schieben Sie behutsam Ihre Hände oder eine Decke unter. Lagern Sie es vorsichtig
auf ein Brett oder eine Kiste um.
Die Verletzungsbereiche sollten möglichst immer frei liegen:
     Ein gebrochenes Bein muß immer oben liegen; stützen Sie es zusätzlich durch
     eine zwischen die Gliedmaßen gelegte zusammengerollte Decke.

Bei Verdacht auf Quetschungen des Brustkorbes muß die gesündere Seite nach oben
zeigen, da dem Tier sonst das Atmen zusätzlich erschwert wird.

Bei Mehrfachverletzungen - z.B. Brustkorbquetschung und Beinbruch - hat stets die
schwerere Vorrang; in angeführten Beispiel müßte das Tier notfalls auf der ge
brochenen Gliedmaße gelagert werden, wenn sie seitengleich mit der Quetschung
wäre.Achten Sie darauf, daß das Tier warmgehalten wird.
Prüfen Sie auf dem Weg zum Tierarzt immer wieder die lebensnotwendigen
Funktionen Bewußtsein, Atmung und Herzschlag Ihres Vierbeiners!!
Bei Ausfall selbiger müssen Sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.